Ökologie

Ökonzepte
Schön sein ohne Schadstoffe


Naturkosmetik

Das aus dem Griechischen stammende Wort "kosmein" heißt "schmücken, putzen". Und gut aussehen möchten alle. Viele sind sogar bereit, dafür tief in die Tasche zu greifen für Produkte oder sogar Operationen. Aber was man in Form von Sprays, Cremes und anderen Präparaten an den Körper lässt, wirkt buchstäblich hautnah. Nicht selten enthalten Kosmetikartikel Substanzen, die Allergien hervorrufen können und dann ist manchmal nicht nur die Schönheit pfutsch, sondern auch die Gesundheit.

"Die Schönheit erkennt man auf den ersten Blick, die Wahrheit auf den zweiten", stellte schon der deutsche Komponist Carl Orff fest. Das trifft auch auf die kaum noch überschaubare Kosmetikindustrie zu. Die Branche hat auf die steigende Nachfrage nach möglichst natürlichen Produkten reagiert, indem sie das Wort "Natur" für Werbekampagnen gezielt und häufig einsetzt. Die tatsächlichen Inhaltsstoffe auf den Verpackungen sind allerdings oft nur mit Hilfe einer Lupe zu entziffern und hinter Verschlüsselungen stecken Chemikalien, die mit der "Kraft der Natur" nicht immer viel gemeinsam haben.

Definition

Auch gegenüber Substanzen in naturkosmetischen Artikeln können natürlich Allergien auftreten. Und konventionelle Produkte aus dem Drogeriediscounter müssen nicht zwangsläufig schlecht sein.

Zwar gibt es eine Deklarationspflicht in Bezug auf die Inhaltsstoffe, aber keinen wirklich einheitlichen Branchenstandard und auch keine verbindliche gesetzliche Regelung mit Blick darauf, was als Naturkosmetik gilt und was nicht. Überdies hilft den Verbrauchern die Deklarationspflicht nur insofern, dass Inhaltsstoffe nachvollzogen und verglichen werden können. Bei mehreren Tausend verschiedenen Substanzen steigt aber ohnehin kaum noch jemand durch, zumal die Angaben auf den Verpackungen oft schwer lesbar sind und sich bestimmte Substanzen hinter mehrstelligen Zahlencodes verbergen.

Genau hinsehen

Eine dieser Substanzen, die im Verdacht steht, Allergien auszulösen, ist Titandioxid. Die Herstellung von Titandioxid geschieht über Sulfat- oder Chloridverfahren, wobei weltweit nicht unerhebliche Abfallmengen chemischer Nebenprodukte (z. B. Dünnsäure, Klärschlamm) anfallen. Ausgangsstoff für die Titandioxidproduktion ist das Titan-Eisenerz, ein schwärzlich glänzendes Mineral, das meist mit anderen Begleitmineralien vermischt vorkommt.

Titandioxid wird als Pigment Sonnenschutzmitteln, Seifen, Pudern und Salben zugesetzt sowie zum Einfärben von Kunststoffen benutzt. Die Zugabe dient dabei nur optischen Zwecken, etwa beim Make up, und trägt zu keiner Qualitätsverbesserung bei. Leider verzichten auch manche Hersteller aus der Naturkosmetikszene nicht auf Zusätze dieser Art. Es ist daher sinnvoll, im Handel oder bei der Kosmetikerin Ihres Vertrauens immer wieder nachzufragen, welche Substanzen sich hinter den jeweiligen Verschlüsselungen auf der Verpackung verbergen. Die Deklaration der Bestandteile kosmetischer Mittel hat auf der Basis der gesetzlichen Bestimmungen (§ 5a, Abs. 4 KVO) nach INCI-Namen (International Nomenclature Cosmetic Ingredients) zu erfolgen. Die INCI-Bezeichnung für Titandioxid lautet CI 77891.

Richtlinien

Eine momentan allgemein angewandte Richtlinie stammt vom BNN (Bundesverband Naturkost Naturwaren). Darin heißt es in etwa, dass Naturkosmetik keine Mineralölprodukte, keine gentechnisch veränderten Inhaltsstoffe, keine radioaktiv bestrahlten Stoffe enthalten darf und aus Naturstoffen (pflanzlichen, tierischen oder mineralischen Ursprungs) hergestellt wurde. Die BNN-Richtlinie orientiert sich an einer Liste aller erlaubten und verbotenen Stoffe und fordert nach Möglichkeit Ausgangsstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau der Pflanzen sowie umweltschonende und sozialverträgliche Produktion. Ferner besteht der Anspruch an die Hersteller, der Verpackungsflut entgegenzuwirken.

Die Aussagekraft dieser BNN-Richtlinien ist aber reduziert, denn bestimmte Ausgangsstoffe, etwa im weiten Feld der Sonnenschutzcremes, kommen in der Natur nicht vor und lassen sich somit auch nicht auf der Basis natürlicher Vorkommnisse herstellen. Dazu kommt, dass manche Kosmetikgrundstoffe zwar ursprünglich natürlicher Herkunft sind, aber im Laufe des Herstellungsprozesses chemisch verändert wurden, wodurch das Ergebnis nur noch bedingt als Naturprodukt angesehen werden kann.

Gerade im Bereich der Konservierungsmittel wird schnell von "naturnahen" oder "naturidentischen" Stoffen gesprochen. Doch auch diese Begriffe sind dehnbar und tragen nicht gerade zur Transparenz für die Verbraucher bei.

Tierversuche

Das Angebot kosmetischer Produkte ist kaum noch zu überblicken und dennoch tauchen immer mehr Cremes, Pflegesubstanzen, Haarfarben usw. auf dem Markt auf. So gesehen besteht eigentlich keine Notwendigkeit mehr, den bereits 8000 bekannten Inhaltsstoffen noch weitere hinzuzufügen, um noch mehr Artikel mit "Anti-Aging-Formel" in den Handel zu bringen. Zwar verbietet das Deutsche Tierschutzgesetz seit 1998 Tierversuche für die Entwicklung von Kosmetika, aber das Verbot ist lückenhaft. Nach wie vor dürfen nämlich Tierversuche zur Prüfung von Rohstoffen durchgeführt werden. Insofern ist anzunehmen, dass auch in Zukunft Tiere weiter leiden müssen, damit neu entwickelte Inhaltsstoffe getestet werden. Unabhängig davon können deutsche Firmen ohne Konsequenzen Tierversuche im Ausland durchführen lassen.

Die Website des Tierschutzbundes (www.tierschutzbund.de) informiert über aktuelle Gesetzesänderungen und bietet auch Informationen zum Downloaden über Hersteller, die sich für tierversuchsfreie Produkte verbürgen. Das heißt nicht, dass alle dort nicht erwähnten Produkte zwangsläufig auf der Basis von Tierversuchen hergestellt wurden; die Website bietet lediglich eine Orientierung.

Entscheidungshilfen

Eine vergleichsweise gute Orientierung bieten die Richtlinien des Bundesverbandes Deutscher Industrie und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren und Körperpflegemittel (BDIH). Im Zentrum der Bemühungen um verbindliche Gütekriterien soll dabei die ganzheitliche Sorge um das Wohlbefinden des Menschen stehen. Die Website www.kontrollierte-naturkosmetik.de bietet viel Informatives zu den Bedingungen, die Hersteller erfüllen müssen, um ihre Produkte im Sinne des BDIH als "Naturkosmetik" anbieten zu können. Auch diese Website beinhaltet eine Liste mit Herstellern, die die erforderlichen Kriterien erfüllen.

Die Rohstoffe sollen hierbei im Wesentlichen pflanzlichen Ursprungs sein und ebenfalls möglichst aus kontrolliert biologischem Anbau stammen. Auch der Tierschutz hat beim BDIH einen hohen Stellenwert. Ferner soll auf Silicon, synthetische Duftstoffe und Paraffine sowie andere Erdölprodukte verzichtet werden. Konsequente Verbraucheraufklärung wird ebenso verlangt wie die ökologische Verträglichkeit. Im kosmetischen Bereich gilt sicher auch die Devise, dass weniger oft mehr ist. Und dort, wo Kosmetik nicht den erwünschten Erfolgt erzielt, tröstet vielleicht ein Zitat von Christian Morgenstern: "Schön ist eigentlich alles, was man mit Liebe betrachtet!"

Beate Wiemers

Der Artikel umfasste ca. 8400 Zeichen und erschien im Stadtmagazin MIX (Bremen) im Dezember 2005.

Naturschutzbund
Zurück zur Natur

Vor etwa zwölf Millionen Jahren verließ der Mensch laut Evolutionsforschern seinen bis dahin wichtigsten Lebensraum, den Wald. Schritt für Schritt gab er den Schutz der Bäume auf und siedelte sich immer dichter an. Damit einher ging eine Zurückdrängung natürlicher Lebensräume um den Preis vieler inzwischen ausgestorbener Arten in Flora und Fauna. Wer heute als Stadtmensch noch Natur hautnah erleben möchte, muss daher andere Wege gehen als die Vorfahren. Der neuzeitliche Mensch hat jedoch über zahlreiche Angebote der Naturschutzverbände, wie den NABU in Bremen, jede Menge Gelegenheiten, um sein Urbedürfnis nach Anbindung an die Natur zu stillen.

Von Beate Cotok

Lärm, Luftverschmutzung, beschleunigtes Lebenstempo, Stress durch Straßenverkehr und andere nervende Einflüsse – Faktoren, die auf die Spezies Mensch mit steigender Tendenz einwirken. Damit das innere Gleichgewicht da nicht aus den Fugen gerät, ist die Rückbesinnung auf die Natur oft unerlässlich. Doch wer hat schon einen eigenen Garten oder wohnt in Park- oder Waldnähe? Ob ein Stelldichein mit Wildgänsen, Wanderungen oder Besichtigungen - der Stadtverband Bremen e.V. des Naturschutzbundes NABU hat allerhand zu bieten für jene, die erkannt haben, dass Mensch und Natur irgendwie doch nicht trennbar sind.

Die Touren

Wenn der richtige Partner noch nicht über eine Kontaktanzeige oder anderweitig gefunden wurde, klappt es vielleicht einmal auf einer Singletour mit dem NABU. Bei einem »Abendbrot
mit Wildgänsen«, dem Besuch einer Biobier-Brauerei, einer Kräuterwanderung durch den Nationalpark im Harz oder über diverse andere Angebote für Singles können sich viele Gelegenheiten ergeben, um neue Menschen kennen zu lernen. Doch auch bereits »Gebunde« wissen, dass eine Beziehung einiger Pflege bedarf und gemeinsame Aktivitäten dem Alltag wieder mehr Würze geben können. Für Paare bietet der NABU ebenfalls spannende und beschauliche Ausflüge zu attraktiven Zielen per Bus oder Fahrrad.

Hierzu gehören viele an Wochenenden stattfindende Touren beispielsweise nach Ostfriesland,
zu einer Seehundstation in Holland, Wanderungen durch den erblühten Urwald Hasbruch, Fahrten zum Geltinger Birk oder, nicht nur für jene, die sich mit einem Kinderwunsch herumtragen, ein Ausflug zum Storchenzentrum Bergenhusen. Noch ein Tipp: NABU-Mitglieder erhalten auf alle Preise eine deutliche Ermäßigung.

Ferien auf der Dreptefarm

Besonders Kinder leiden unter dem Mangel an geeigneten Erlebnisräumen. In Zeiten vorgefertigten Spielzeugs und elektronischer Dauerberieselung sind Diagnosen wie »Aufmerksamkeits- und Wahrnehmungsstörungen« keine Seltenheit mehr. Die Nachfrage nach Angeboten im Bereich »Naturerlebnisse« steigt. Im Schullandheim Dreptefarm können Kinder während der Ferien erleben, was es heißt, spielerisch die Natur zu entdecken. Hier haben sie Zeit und Raum, echte Naturforscher zu werden. Zum Tagesablauf gehört die tägliche Tierpflege ebenso wie Arbeiten im Team. Spiel und Spaß stehen neben diesen »Pflichten« allerdings an erster Stelle....

Der gesamte Artikel umfasste ca. 9000 Zeichen und erschien im MIX (Bremen) im Februar 04



Stromversorgung - Regenerative Energien

»Bei mir kommt der Strom aus der Steckdose« war ein Slogan, der noch vor Jahren die Sorglosigkeit gegenüber umstrittenen Energieerzeugungstechnologien dokumentieren sollte. Ist das Interesse an alternativen Strom- und Heizquellen gesunken? Dabei lohnt es sich zu prüfen, welche Angebote den Markt bereichern und welche Fördermög-
lichkeiten es in Bezug auf Investitionen im Bereich Öko-Energie gibt.

Von Beate Cotok

In den letzten Jahren rückten Wind, Sonne, Wasser und Biomasse als Energielieferanten stärker in das Bewusstsein der Menschen. Die Nutzung regenerativer Energien wird weiter zunehmen. Und das nicht nur aus Umwelt- und Klimaschutzgründen. Auch der Arbeitsmarkt profitiert vom Wachstum in der Branche. Die Bundesregierung will den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung bis 2010 mindestens verdoppeln, so der Bundesverband Windenergie e.V.. Ob dieses Ziel erreicht werden kann, hängt nicht nur, aber auch vom Verhalten der Verbraucher und der Nachfrage nach Öko-Energie ab.

Welche Möglichkeiten gibt es?

Je nachdem, ob regenerative Energie zur Strom- oder zur Wärmeerzeugung genutzt werden soll, gibt es unterschiedliche Verfahren. Als Quellen für die Stromerzeugung kommen gegenwärtig überwiegend Windparks, Wasserkraft-, Biogas-, Biomasse- sowie Solarstromanlagen (Photovoltaik) in Frage. Dieser Strom wird gemeinsam mit herkömmlich erzeugtem Strom in das Stromnetz eingespeist und landet als Mix beim Verbraucher, da Strom physikalisch nicht in unterschiedliche Sorten trennbar ist.

Wärmeerzeugung ist durch Biomasse (Holzpellets), Solarther-men und Erdwärme möglich. Letztere lässt sich teilweise auch für die Stromerzeugung nutzen. Am Beispiel der Seestadt Bremerhaven wird gegenwärtig zudem untersucht, inwieweit sich Abwasser für die Wärme-
nutzung eignet. Erste vielversprechende Ergebnisse sind bereits in einer Studie dokumentiert, die auf der Homepage der Bremer-Energie-Konsens (siehe Infokasten) als Download zur Verfügung steht....

Der gesamte Artikel umfasste ca. 8.500 Zeichen und erschien im MIX (Bremen) im April 2004


Ökonzepte
Energiesparen

Auch immer »unter Strom«?


Zählen Sie zu den Menschen, die jedes Jahr einfach 100 Euro wegwerfen? Nein? Vielleicht doch und Sie wissen es nur nicht! Wenn Sie Elektrogeräte immer im Stand-by-Betrieb halten oder wenn Sie die Waschmaschine nicht komplett ausnutzen, das Wasser beim Zähneputzen laufen lassen, den vereisten Kühlschrank immer noch nicht abgetaut haben, und, und, und....dann gehören Sie doch zu jenen, die etwas sparen und einen Beitrag zum Umweltschutz leisten können. Sie müssen nur dazu bereit sein, die eine oder andere Angewohnheit zu überdenken und gegebenenfalls zu ändern.

»Würden alle 2,7 Millionen Privathaushalte in Hessen jeweils nur 500 Euro für Strom sparende Maßnahmen investieren, so hätte das eine Verminderung des jährlichen Stromverbrauchs um rund 2.000 Millionen Kilowattstunden und der jährlichen CO2-Emissionen um 1,28 Millionen Tonnen zur Folge«, heißt es in der Broschüre »Intelligent sparen mit Komfort« der Bremer Energie-Konsens. Entsprechend verhält es sich in den anderen Bundesländern in Relation zur Einwohnerzahl. Wo und wie jeder sparen kann, soll anhand einiger Beispiele näher erläutert werden.

Stand-by – Fluch oder Segen?

Ähnlich wie der Leerlauf beim Auto wirken Bereitschaftsschaltungen bei Elektrogeräten. Der »versteckte« Stromverbrauch durch Geräte im Stand-by-Betrieb, meist kenntlich durch ein kleines grünes oder rotes Lämpchen, ist nicht zu unterschätzen. Viele Geräte des täglichen Gebrauchs, die aus Gründen der Bequemlichkeit per Fernbedienung an- und ausgeschaltet werden können, um »ständige Erreichbarkeit sicherzustellen«, hinterlassen ihre Spuren auf der Jahresendabrechnung Ihres Stromversorgers. Ist beispielsweise ein Fernseher pro Tag 19 Stunden im Stand-by-Betrieb, sind das pro Jahr 6935 Stunden. So kommen etwa 85 Kilowattstunden als Leerlaufverluste jährlich zusammen, was sich – allein beim Fernseher in diesem Beispiel – mit 15 Euro niederschlägt. Zusammen mit anderen Geräten im Stand-by-Modus, die zur durchschnittlichen Ausstattung eines mittleren Haushaltes gehören, steigt der Betrag schnell auf 100 Euro in nur einem Jahr (in zehn Jahren 1000 Euro, in zwanzig Jahren – rechnen Sie bitte selbst weiter!). Das ist verschenktes Geld, verschwendete Energie und eine Zusatzbelastung für die Umwelt. Die jährlichen Stromkosten der Privathaushalte in Deutschland, die allein durch Leerlaufverluste entstehen, belaufen sich auf 2,1 Milliarden (!) Euro. TV- und Videogeräte machen hierbei den Löwenanteil aus.

Mittlerweile gibt es zunehmend Geräte mit reduziertem Energieverbrauch im Leerlauf. Allein bei Fernsehern liegt die Spanne zwischen 0,1 und 20 Watt. Wer sein Gerät nicht gegen ein Energie sparenderes Modell austauschen möchte, sollte es nach Ende der Nutzungszeit einfach ganz ausschalten oder sicherheitshalber per Stecker komplett vom Stromnetz trennen, denn bei manchen Geräten läuft selbst nach Betätigen des »Ausknopfes« der Stromverbrauch weiter. Das ist daran spürbar, wenn das Gerät etwa eine Stunde nach dem Ausschalten noch warm ist. Auch eine ausschaltbare Steckerleiste ist hier ein guter Weg, um Geräte ganz abzuschalten. Bestehen Zweifel hinsichtlich des Energieverbrauchs von Geräten, kann man sich (z.B. bei der swb Enordia im Kundencenter) ein entsprechendes Messinstrument ausleihen, das den Verbrauch elektrischer Geräte anzeigt. Im Einzelfall lohnt sich auch die Anschaffung eines solchen Messgerätes, das ab 25 Euro im Elektrofachhandel zu haben ist.

Davon abgesehen ist es überhaupt ein guter Weg, den Fernseher vielleicht nicht immer, aber immer öfter, gar nicht erst anzuschalten und statt dessen etwas Kreatives oder etwas für die Gesundheit zu tun. Aber das nur nebenbei.

Geht Ihnen ein Licht auf?

Auch bei der Beleuchtung lohnt sich das Sparen. Wussten Sie, dass der Durchschnittsstromverbrauch für die Beleuchtung noch höher ist als für Fernseher, Video, Radio und PC zusammen? Der Austausch alter Glühlampen gegen Energiesparlampen (ESL) kann also zu deutlichen Einsparungen führen. Der Stromverbrauch einer ESL liegt etwa fünfmal unter dem einer herkömmlichen Lampe. Die höheren Anschaffungskosten rechnen sich meist bereits nach zwei bis drei Jahren. Um die Anforderungen in Bezug auf die Lichtqualität sicherzustellen, ist beim Kauf auf die Helligkeit (Lichtstrom) und die Lichtfarbe zu achten. Der Lichtstrom, auch Lumen genannt, und die Farbnummer geben darüber Auskunft. Um bei einer ESL den Effekt einer 60-W-Glühlampe mit 720 Lumen zu erzielen, benötigen Sie eine ESL mit 13 W und 700 Lumen. Was die Lichtfarbe angeht, sollten auf der Verpackung die Nummern 827 oder 830 angegeben sein. Höhere Nummern bedeuten grelleres Licht, das für den Wohnraum aber eher ungeeignet ist. ESL gehören übrigens nicht in den Hausmüll, weil sie geringe Quecksilberspuren aufweisen. Sie sind aber recycelbar und können bei einigen Händlern oder mobilen Schadstoffsammlungen und Recyclinghöfen abgegeben werden. In der Gesamtumweltbilanz schneiden ESL verglichen mit anderen Lampen insgesamt deutlich positiver ab als andere.

Manche meinen, mit Halogen-Niedervolt-Lampen Energie sparen zu können, doch das ist ein Irrtum. Halogenlampen liefern bei gleichem Stromverbrauch zwar ein etwa doppelt so helles Licht wie Glühbirnen. Allerdings werden dazu meist mehrere Halogenspots eingesetzt, wo sonst eine Glühlampe ausreichte. Letztendlich führt das zu keiner Ersparnis. Sofern Sie überhaupt Halogenlampen kaufen, achten Sie darauf, dass die Lampen eine Glasabdeckung haben, da die entstehende UV-Strahlung ungünstige Auswirkungen auf die Bindehaut des Auges haben kann. Ansonsten: Lichter löschen gehört noch zu den einfachsten Methoden, Strom zu sparen!

Warmwasser non-stop?


Nicht zu unterschätzen ist der Energieverbrauch im Bereich der Warmwasserbereitung. Der Durchschnittswasserverbrauch einer Person beträgt an die 140 Liter pro Tag. Im persönlichen Gebrauch empfiehlt sich, heißes Wasser nur dann zu verwenden, wenn es unbedingt nötig ist. Der Wasserhahn sollte nicht unnötig, etwa beim Zähneputzen oder Abspülen, laufen. Beim Waschen achten Sie bitte darauf, dass die Waschmaschine ausgenutzt ist. Meistens reichen auch niedrigere Temperaturen aus, um die Wäsche sauber zu bekommen.

Entsprechendes gilt natürlich auch für Wasser im Allgemeinen: als ständig verfügbares Element in den Industrienationen ist das Bewusstsein für die existenzielle Notwendigkeit von Wasser leider verloren gegangen. Inzwischen ist sauberes Wasser eine Ressource, die zur Neige geht. Wie der Philosoph Dr. Ivan Illich in seinem Essay »H2O und die Wasser des Vergessens« sinngemäß feststellt, ist die Art und Weise, wie die Menschen einer Epoche mit Wasser und Raum umgehen, ein Indikator für deren geistigen Zustand (räusper...).

Wer sich näher mit dem Thema »Warmwasser« auseinandersetzen möchte, erhält detaillierte Tipps in der eingangs erwähnten Broschüre »Intelligent sparen mit Komfort«.

Kühlschrank und Konsorten


Haushaltsgeräte werden mit dem EU-einheitlichen Energieetikett, dem so genannten EU-Label, gekennzeichnet. Dieses Label weist Energieeffizienzklassen aus, wobei die Skala von »A« (niedriger Verbrauch) bis »G« (sehr hoher Verbrauch) reicht. Beim Kauf achten Sie also am besten auf Geräte mit einem, - na? Genau: mit einem »A«. Und wenn Ihr Händler unterschiedliche A-Geräte hat, vergleichen Sie noch die konkreten Energieverbrauchswerte, die auf dem EU-Label angegeben sind. Das EU-Label kennzeichnet außerdem Waschmaschinen, Gefriergeräte, Geschirrspüler, Wäschetrockner sowie Elektrobacköfen. Auch hierzu hat die Bremer Energie-Konsens eine Broschüre herausgegeben, aus der Einzelheiten zu den Energieeffizienzklassen ersichtlich sind. Bei Haushaltsgeräten gelten ähnliche Maßnahmen wie im TV- und HiFi-Bereich hinsichtlich des Stand-by-Betriebes: nach Programmablauf sollten die Geräte abgeschaltet werden! Außerdem kann die Zeitvorwahl bei programmierbaren Waschmaschinen und Geschirrspülern lange Stand-by-Phasen verursachen.

Für Herde gibt es kein EU-Label. Dennoch gibt es auch hier Unterschiede im Hinblick auf den Energieverbrauch. So ist ein Glaskeramik-Kochfeld gegenüber einer Kochmulde mit gusseisernen Platten nicht nur nutzungsfreundlicher, sondern auch energieeffizienter – wenn auch nur etwas. Ansonsten gilt beim Kochen das Augenmaß. Kleine Portionen gehören in kleine Töpfe, große...na, ja, das merken Sie spätestens, wenn Sie die Weihnachtsgans in einen 1-Liter-Topf pressen wollen. Die Plattengröße sollte dem Topfdurchmesser entsprechen. Es ist auch wichtig, Kochtöpfe mit ebenem und glattgeschliffenem Boden zu verwenden, die einen guten Kontakt zur Herdplatte haben. Mit etwas Geschick kann Restwärme gut genutzt werden. Beispielsweise reicht es bei Reis, das Wasser zum Kochen zu bringen und den Herd dann abzustellen (bei geschlossenem Deckel). Auch zum Garen von Kartoffeln ist nur etwas Wasser erforderlich. Wenig Wasser wird schneller heiß, spart somit Energie und die Inhaltsstoffe des Kochgutes bleiben auch besser dort, wohin sie gehören, nämlich in diesem Fall in den Kartoffeln und nicht im Abgusswasser. Henerell empfiehlt sich zum Kochen auch die Verwendung eines Dampfdrucktopfes. Eine weitere Broschüre mit reichlich Tipps zum Energiesparen wurde von den Elektrizitätswerken Schönau GmbH herausgegeben (Info-Kasten).

Machen Sie mit?


Im Zusammenhang mit dem Energiesparen sei noch einmal auf die Möglichkeit verwiesen, den Stromanbieter gegebenenfalls zu wechseln, was seit der Liberalisierung des Strommarktes problemlos möglich ist.

Mit etwas gutem Willen und Fantasie ließe sich manches Gerät anders gestalten. Die Verbraucher und ihre Interessenverbände müssen deutlicher signalisieren, dass sie nicht bereit sind, überflüssigen Energieverbrauch in Kauf zu nehmen. Solange den Menschen noch keine Technologien, die auf der Nutzung »freier Energie« basieren, zur Verfügung stehen, bleibt allen Stromkonsumenten nichts anderes übrig, als die Industrie immer wieder herauszufordern, die Produktion ökologischerer und effizienterer Geräte zu fördern. Und natürlich kommt es auch hier, wie in allen anderen Bereichen, sehr auf das eigene Verhalten an, denn: »Nicht die Fähigkeiten zeichnen einen Menschen aus, sondern seine Entscheidungen« (Zitat aus »Harry Potter«, Band 1).

Beate Wiemers

Der gesamte Artikel umfasste ca. 10200 Zeichen und erschien im Stadtmagazin MIX (Bremen) im Mai 04.

Ökonzepte
Wohnqualität durch Naturstein

Auf den Stein gekommen

Spätestens seit sich »Feng Shui« (chinesische Kunst, Lebensräume harmonisch zu gestalten) in der westlichen Welt mehr und mehr etabliert, weiß man, dass zum gesunden Wohnen viele Kriterien gehören. Eine große Rolle spielt dabei die Wahl der Materialien, mit denen man sich umgibt. Und die Meinung, dass auch Steine eine Seele haben, gehört auch nicht mehr nur in die Esoterikschublade. Naturstein ist ein technisch hochwertiges Bau- und Gestaltungsmaterial, das immer mehr Besitzer von Wohnraum für den Innen- und Außenbereich schätzen lernen.

Im Gegensatz zu künstlichen Steinen, wie beispielweise Ziegeln, werden Natursteine direkt im Steinbruch gewonnen. Unter »Gestein« werden in der Geologie jene Massen bezeichnet, die die äußere Erdrinde aufbauen. Gesteine entstanden überwiegend aus dem Magma unter der äußersten Erdkruste und bestehen aus Mineralien. Durch Verwitterung und das Entstehen von Gebirgen werden Mineralien verändert und bilden dabei neue Gesteinsarten. Je nach der Art ihrer Entstehung werden Gesteine in drei Gruppen unterteilt: Magmatische Gesteine bilden sich durch das Erstarren von Magma, Sedimentgesteine durch Ablagerungen von Gesteinsresten und deren Verfestigung und schließlich metamorphe Gesteine, die durch Umwandlung der anderen Gesteinsarten entstehen.

Eine große Vielfalt

Schon vor Jahrtausenden war Naturstein als Baumaterial von großer Bedeutung und zwar besonders für repräsentative Bauvorhaben. Dass diese Bauwerke heute noch in teilweise gutem Zustand sind, spricht für die enorme Beständigkeit des Materials. Die Geschichte der Architektur im Besonderen und der bildenden Künste im Allgemeinen ist eng mit der Bearbeitung von Naturstein durch das Steinmetz- und Bildhauerhandwerk verknüpft und somit stets Zeugnis für die menschliche Kulturgeschichte. »Es gibt einen Trend zu natürlichen, beständigen und ästhetischen Baumaterialien. Naturstein gehört ganz sicher dazu«, so Alf Herrnkind, Steinmetz- und Bildhauermeister (Natursteinwerkstatt), der übrigens Strom von einem Anbieter rein regenerativer Energien bezieht.

Durch den weltweiten Handel ist heute fast jede Farbe, Form, Struktur und fast jedes Design für zahlreiche Anforderungen und Bedürfnisse erhältlich. Die Vorteile von Naturstein liegen auf der Hand: Naturstein ist langlebig, flexibel, von Natur aus ein guter Dämmstoff und im Gegensatz zu Betonstein mehrfach verwendbar. Als Material behält er somit seinen Wert, denn sogar gebraucht ist er noch gefragt. Durch die Vielfalt der Farben und Strukturen lässt sich für jede Idee die passende Gestaltungsmöglichkeit finden. Hinter zahlreichen Handelsnamen verbergen sich Materialien, die je nach Oberflächenbearbeitung (poliert, matt oder geflammt) alle ihren individuellen Reiz haben.

Verwendung in Haus und Garten

Wer bei »Rosso Vanga« an einen neuen Cocktail denkt, täuscht sich, denn hierbei handelt es sich um einen dem Granit ähnlichen Stein aus Schweden, der ebenfalls vielseitig im Innen- und Außenbereich einsetzbar ist. Geheimnisvolle Namen wie »Azul Macanbas« und »Estremoz« versprechen ein wenig südliches Ambiente, das auch Wohnraum im Norden aufpeppt. So ist »Estremoz« eine feinkristalline, gleichmäßige Marmorart, die häufig im Bodenbereich, bei Wandverkleidungen und als Arbeitsplatten Verwendung findet, gerne aber auch in Badezimmern eingesetzt wird. Aber auch weniger fremd klingende Steine wie »Oberkirchner Sandstein« (auch als »Bremer Stein« bekannt) haben ihren Reiz und ihre Tradition. In der Hansestadt kam zuletzt genannter Stein besonders bei Blockstufen Altbremer Häuser zum Einsatz.

Naturstein lässt sich generell in Bad- und Sanitäranlagen, in Küchen, auf Terrassen, Treppen, bei Kaminen, Fensterbänken, auf Balkonen ebenso gut einsetzen wie für Tische, Bänke, Brunnen, Pfeiler, Portale, Skulpturen, Vogeltränke und Sonnenuhren im Hof- und Gartenbereich. Eine Küchenarbeitsplatte aus Naturstein, insbesondere aus Granit, hat zusätzliche Vorteile. Aufgrund der Härte und Hitzebeständigkeit kann man direkt auf der Platte schneiden und heiße (aber nicht gerade noch glühende) Töpfe ohne Untersetzer abstellen. Nur mit keramischen Messern sollte nicht direkt auf den Platten gearbeitet werden. »Granit ist für Arbeitsplatten das Nonplusultra. Wir importieren Granit und Marmor direkt aus Italien. Das Material ist buchstäblich hart im Nehmen, hält ein Leben lang und länger, ist angenehm kühl und hygienisch,« versichert Annette Bullwinkel von indi culina. Auch als Fußbodenbelag eignet sich Naturstein ausgezeichnet und ist besonders bei Fußbodenheizungen zu empfehlen. Ein Material also, das im besten Sinne als ökologisch einzustufen ist.

Gerade im Außenbereich sind dem Einsatz von Naturstein kaum Grenzen gesetzt mit Blick auf die Garten- und Landschaftsgestaltung. Naturstein, z.B. roter Sandstein, ist frostbeständig, ausgesprochen strapazierfähig und rutschsicher im Vergleich zu Fliesen und somit ideal für Außenanlagen. Dennoch ist nicht jeder Stein für jeden Anwendungsfall geeignet. Auf die sachkundige Einschätzung eines Fachbetriebes kann daher kaum verzichtet werden. »Wir arbeiten viel in Altbremer Häusern im Innen- und Außenbereich und verwenden dort gerne Materialien, die dort schon immer zum Einsatz kamen. Das ist einerseits Sandstein aus dem Weser-Bergland, andererseits sind das auch Torfbrandklinker. Letztere gehören zwar nicht direkt zum Naturstein, sind aber ein traditionsreiches Material und durchaus als ökologisch zu betrachten,« erklärt Axel Buchholz vom Garten- und Landschaftsbau Buchholz.

Grabmale

Viele Steinmetze und Bildhauer haben sich auf die Gestaltung von Grabmalen spezialisiert. In Bezug auf die Realisierung von speziellen Wünschen sind auch in diesem Bereich kaum Grenzen gesetzt. Es lassen sich auch andere Materialien mit Naturstein kombinieren, wie etwa Bronze, Glas oder Holz. Obwohl es in der Bevölkerung eine Tendenz zu anonymen Bestattungen gibt, entwickelt sich gegenwärtig auch ein gegenläufiger Trend in Richtung einer individuelleren Grabgestaltung. Einer der Gründe dafür ist, dass auch Friedhöfe interkultureller werden, wenn eine Gesellschaft durch MigrantInnen heterogener wird. Die Bedürfnisse von Zuwanderern fanden in der Friedhofsplanung bisher wenig Berücksichtigung. Doch immer mehr »interkonfessionelle Grabfelder« lösen christliche ab. Auch Elemente der Landschafts-
architektur spielen künftig eine größere Rolle, was einer gewissen Eintönigkeit auf Friedhöfen entgegenwirkt.

Je nachdem, wie streng die Vorschriften der jeweiligen Friedhofsordnung sind, können Angehörige ihren Lieben zum Abschied wahre Kunstwerke als Grabmale bescheren. Gerade auch im Bereich der Grabmalgestaltung wird deutlich, wie fließend die Grenzen zwischen Kunst und Handwerk sind. Es werden bereits »Kreativseminare Grabdenkmale« auch für Laien angeboten. Der Gedanke dabei ist, dass ein Verstorbener ein individuelles Denkmal bekommen soll, das auch ein Stück seiner Lebensphilosophie spiegelt. »Individuell gestaltete Grabmale müssen nicht zwangsläufig teurer sein als industriell gefertigte«, versichert Frank Graupner, Steinmetz- und Bildhauermeister. Wer dazu mehr wissen möchte, findet auf der Homepage www.aeternitas.de weitere Informationen.

Beate Wiemers

Der gesamte Artikel umfasste ca. 8400 Zeichen und erschien im Stadtmagazin MIX (Bremen) im Februar 05.

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