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Ökologie
Ökonzepte Schön sein ohne Schadstoffe Naturkosmetik Das aus dem Griechischen stammende Wort "kosmein" heißt "schmücken, putzen". Und gut aussehen möchten alle. Viele sind sogar bereit, dafür tief in die Tasche zu greifen für Produkte oder sogar Operationen. Aber was man in Form von Sprays, Cremes und anderen Präparaten an den Körper lässt, wirkt buchstäblich hautnah. Nicht selten enthalten Kosmetikartikel Substanzen, die Allergien hervorrufen können und dann ist manchmal nicht nur die Schönheit pfutsch, sondern auch die Gesundheit. "Die Schönheit erkennt man auf den ersten Blick, die Wahrheit auf den zweiten", stellte schon der deutsche Komponist Carl Orff fest. Das trifft auch auf die kaum noch überschaubare Kosmetikindustrie zu. Die Branche hat auf die steigende Nachfrage nach möglichst natürlichen Produkten reagiert, indem sie das Wort "Natur" für Werbekampagnen gezielt und häufig einsetzt. Die tatsächlichen Inhaltsstoffe auf den Verpackungen sind allerdings oft nur mit Hilfe einer Lupe zu entziffern und hinter Verschlüsselungen stecken Chemikalien, die mit der "Kraft der Natur" nicht immer viel gemeinsam haben. Definition Auch gegenüber Substanzen in naturkosmetischen Artikeln können natürlich Allergien auftreten. Und konventionelle Produkte aus dem Drogeriediscounter müssen nicht zwangsläufig schlecht sein. Zwar gibt es eine Deklarationspflicht in Bezug auf die Inhaltsstoffe, aber keinen wirklich einheitlichen Branchenstandard und auch keine verbindliche gesetzliche Regelung mit Blick darauf, was als Naturkosmetik gilt und was nicht. Überdies hilft den Verbrauchern die Deklarationspflicht nur insofern, dass Inhaltsstoffe nachvollzogen und verglichen werden können. Bei mehreren Tausend verschiedenen Substanzen steigt aber ohnehin kaum noch jemand durch, zumal die Angaben auf den Verpackungen oft schwer lesbar sind und sich bestimmte Substanzen hinter mehrstelligen Zahlencodes verbergen. Genau hinsehen Eine dieser Substanzen, die im Verdacht steht, Allergien auszulösen, ist Titandioxid. Die Herstellung von Titandioxid geschieht über Sulfat- oder Chloridverfahren, wobei weltweit nicht unerhebliche Abfallmengen chemischer Nebenprodukte (z. B. Dünnsäure, Klärschlamm) anfallen. Ausgangsstoff für die Titandioxidproduktion ist das Titan-Eisenerz, ein schwärzlich glänzendes Mineral, das meist mit anderen Begleitmineralien vermischt vorkommt. Titandioxid wird als Pigment Sonnenschutzmitteln, Seifen, Pudern und Salben zugesetzt sowie zum Einfärben von Kunststoffen benutzt. Die Zugabe dient dabei nur optischen Zwecken, etwa beim Make up, und trägt zu keiner Qualitätsverbesserung bei. Leider verzichten auch manche Hersteller aus der Naturkosmetikszene nicht auf Zusätze dieser Art. Es ist daher sinnvoll, im Handel oder bei der Kosmetikerin Ihres Vertrauens immer wieder nachzufragen, welche Substanzen sich hinter den jeweiligen Verschlüsselungen auf der Verpackung verbergen. Die Deklaration der Bestandteile kosmetischer Mittel hat auf der Basis der gesetzlichen Bestimmungen (§ 5a, Abs. 4 KVO) nach INCI-Namen (International Nomenclature Cosmetic Ingredients) zu erfolgen. Die INCI-Bezeichnung für Titandioxid lautet CI 77891. Richtlinien Eine momentan allgemein angewandte Richtlinie stammt vom BNN (Bundesverband Naturkost Naturwaren). Darin heißt es in etwa, dass Naturkosmetik keine Mineralölprodukte, keine gentechnisch veränderten Inhaltsstoffe, keine radioaktiv bestrahlten Stoffe enthalten darf und aus Naturstoffen (pflanzlichen, tierischen oder mineralischen Ursprungs) hergestellt wurde. Die BNN-Richtlinie orientiert sich an einer Liste aller erlaubten und verbotenen Stoffe und fordert nach Möglichkeit Ausgangsstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau der Pflanzen sowie umweltschonende und sozialverträgliche Produktion. Ferner besteht der Anspruch an die Hersteller, der Verpackungsflut entgegenzuwirken. Die Aussagekraft dieser BNN-Richtlinien ist aber reduziert, denn bestimmte Ausgangsstoffe, etwa im weiten Feld der Sonnenschutzcremes, kommen in der Natur nicht vor und lassen sich somit auch nicht auf der Basis natürlicher Vorkommnisse herstellen. Dazu kommt, dass manche Kosmetikgrundstoffe zwar ursprünglich natürlicher Herkunft sind, aber im Laufe des Herstellungsprozesses chemisch verändert wurden, wodurch das Ergebnis nur noch bedingt als Naturprodukt angesehen werden kann. Gerade im Bereich der Konservierungsmittel wird schnell von "naturnahen" oder "naturidentischen" Stoffen gesprochen. Doch auch diese Begriffe sind dehnbar und tragen nicht gerade zur Transparenz für die Verbraucher bei. Tierversuche Das Angebot kosmetischer Produkte ist kaum noch zu überblicken und dennoch tauchen immer mehr Cremes, Pflegesubstanzen, Haarfarben usw. auf dem Markt auf. So gesehen besteht eigentlich keine Notwendigkeit mehr, den bereits 8000 bekannten Inhaltsstoffen noch weitere hinzuzufügen, um noch mehr Artikel mit "Anti-Aging-Formel" in den Handel zu bringen. Zwar verbietet das Deutsche Tierschutzgesetz seit 1998 Tierversuche für die Entwicklung von Kosmetika, aber das Verbot ist lückenhaft. Nach wie vor dürfen nämlich Tierversuche zur Prüfung von Rohstoffen durchgeführt werden. Insofern ist anzunehmen, dass auch in Zukunft Tiere weiter leiden müssen, damit neu entwickelte Inhaltsstoffe getestet werden. Unabhängig davon können deutsche Firmen ohne Konsequenzen Tierversuche im Ausland durchführen lassen. Die Website des Tierschutzbundes (www.tierschutzbund.de) informiert über aktuelle Gesetzesänderungen und bietet auch Informationen zum Downloaden über Hersteller, die sich für tierversuchsfreie Produkte verbürgen. Das heißt nicht, dass alle dort nicht erwähnten Produkte zwangsläufig auf der Basis von Tierversuchen hergestellt wurden; die Website bietet lediglich eine Orientierung. Entscheidungshilfen Eine vergleichsweise gute Orientierung bieten die Richtlinien des Bundesverbandes Deutscher Industrie und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren und Körperpflegemittel (BDIH). Im Zentrum der Bemühungen um verbindliche Gütekriterien soll dabei die ganzheitliche Sorge um das Wohlbefinden des Menschen stehen. Die Website www.kontrollierte-naturkosmetik.de bietet viel Informatives zu den Bedingungen, die Hersteller erfüllen müssen, um ihre Produkte im Sinne des BDIH als "Naturkosmetik" anbieten zu können. Auch diese Website beinhaltet eine Liste mit Herstellern, die die erforderlichen Kriterien erfüllen. Die Rohstoffe sollen hierbei im Wesentlichen pflanzlichen Ursprungs sein und ebenfalls möglichst aus kontrolliert biologischem Anbau stammen. Auch der Tierschutz hat beim BDIH einen hohen Stellenwert. Ferner soll auf Silicon, synthetische Duftstoffe und Paraffine sowie andere Erdölprodukte verzichtet werden. Konsequente Verbraucheraufklärung wird ebenso verlangt wie die ökologische Verträglichkeit. Im kosmetischen Bereich gilt sicher auch die Devise, dass weniger oft mehr ist. Und dort, wo Kosmetik nicht den erwünschten Erfolgt erzielt, tröstet vielleicht ein Zitat von Christian Morgenstern: "Schön ist eigentlich alles, was man mit Liebe betrachtet!" Beate Wiemers Der Artikel umfasste ca. 8400 Zeichen und erschien im Stadtmagazin MIX (Bremen) im Dezember 2005. Naturschutzbund Zurück zur Natur Vor etwa zwölf Millionen Jahren verließ der Mensch laut Evolutionsforschern seinen bis dahin wichtigsten Lebensraum, den Wald. Schritt für Schritt gab er den Schutz der Bäume auf und siedelte sich immer dichter an. Damit einher ging eine Zurückdrängung natürlicher Lebensräume um den Preis vieler inzwischen ausgestorbener Arten in Flora und Fauna. Wer heute als Stadtmensch noch Natur hautnah erleben möchte, muss daher andere Wege gehen als die Vorfahren. Der neuzeitliche Mensch hat jedoch über zahlreiche Angebote der Naturschutzverbände, wie den NABU in Bremen, jede Menge Gelegenheiten, um sein Urbedürfnis nach Anbindung an die Natur zu stillen. Von Beate Cotok Lärm, Luftverschmutzung, beschleunigtes Lebenstempo, Stress durch Straßenverkehr und andere nervende Einflüsse Faktoren, die auf die Spezies Mensch mit steigender Tendenz einwirken. Damit das innere Gleichgewicht da nicht aus den Fugen gerät, ist die Rückbesinnung auf die Natur oft unerlässlich. Doch wer hat schon einen eigenen Garten oder wohnt in Park- oder Waldnähe? Ob ein Stelldichein mit Wildgänsen, Wanderungen oder Besichtigungen - der Stadtverband Bremen e.V. des Naturschutzbundes NABU hat allerhand zu bieten für jene, die erkannt haben, dass Mensch und Natur irgendwie doch nicht trennbar sind. Die Touren Wenn der richtige Partner noch nicht über eine Kontaktanzeige oder anderweitig gefunden wurde, klappt es vielleicht einmal auf einer Singletour mit dem NABU. Bei einem »Abendbrot Hierzu gehören viele an Wochenenden stattfindende Touren beispielsweise nach Ostfriesland, Ferien auf der Dreptefarm Besonders Kinder leiden unter dem Mangel an geeigneten Erlebnisräumen. In Zeiten vorgefertigten Spielzeugs und elektronischer Dauerberieselung sind Diagnosen wie »Aufmerksamkeits- und Wahrnehmungsstörungen« keine Seltenheit mehr. Die Nachfrage nach Angeboten im Bereich »Naturerlebnisse« steigt. Im Schullandheim Dreptefarm können Kinder während der Ferien erleben, was es heißt, spielerisch die Natur zu entdecken. Hier haben sie Zeit und Raum, echte Naturforscher zu werden. Zum Tagesablauf gehört die tägliche Tierpflege ebenso wie Arbeiten im Team. Spiel und Spaß stehen neben diesen »Pflichten« allerdings an erster Stelle.... Der gesamte Artikel umfasste ca. 9000 Zeichen und erschien im MIX (Bremen) im Februar 04
»Bei mir kommt der Strom aus der Steckdose« war ein Slogan, der noch vor Jahren die Sorglosigkeit gegenüber umstrittenen Energieerzeugungstechnologien dokumentieren sollte. Ist das Interesse an alternativen Strom- und Heizquellen gesunken? Dabei lohnt es sich zu prüfen, welche Angebote den Markt bereichern und welche Fördermög- Von Beate Cotok In den letzten Jahren rückten Wind, Sonne, Wasser und Biomasse als Energielieferanten stärker in das Bewusstsein der Menschen. Die Nutzung regenerativer Energien wird weiter zunehmen. Und das nicht nur aus Umwelt- und Klimaschutzgründen. Auch der Arbeitsmarkt profitiert vom Wachstum in der Branche. Die Bundesregierung will den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung bis 2010 mindestens verdoppeln, so der Bundesverband Windenergie e.V.. Ob dieses Ziel erreicht werden kann, hängt nicht nur, aber auch vom Verhalten der Verbraucher und der Nachfrage nach Öko-Energie ab. Welche Möglichkeiten gibt es? Je nachdem, ob regenerative Energie zur Strom- oder zur Wärmeerzeugung genutzt werden soll, gibt es unterschiedliche Verfahren. Als Quellen für die Stromerzeugung kommen gegenwärtig überwiegend Windparks, Wasserkraft-, Biogas-, Biomasse- sowie Solarstromanlagen (Photovoltaik) in Frage. Dieser Strom wird gemeinsam mit herkömmlich erzeugtem Strom in das Stromnetz eingespeist und landet als Mix beim Verbraucher, da Strom physikalisch nicht in unterschiedliche Sorten trennbar ist. Wärmeerzeugung ist durch Biomasse (Holzpellets), Solarther-men und Erdwärme möglich. Letztere lässt sich teilweise auch für die Stromerzeugung nutzen. Am Beispiel der Seestadt Bremerhaven wird gegenwärtig zudem untersucht, inwieweit sich Abwasser für die Wärme- Der gesamte Artikel umfasste ca. 8.500 Zeichen und erschien im MIX (Bremen) im April 2004
Davon abgesehen ist es überhaupt ein guter Weg, den Fernseher vielleicht nicht immer, aber immer öfter, gar nicht erst anzuschalten und statt dessen etwas Kreatives oder etwas für die Gesundheit zu tun. Aber das nur nebenbei. Wer sich näher mit dem Thema »Warmwasser« auseinandersetzen möchte, erhält detaillierte Tipps in der eingangs erwähnten Broschüre »Intelligent sparen mit Komfort«. Mit etwas gutem Willen und Fantasie ließe sich manches Gerät anders gestalten. Die Verbraucher und ihre Interessenverbände müssen deutlicher signalisieren, dass sie nicht bereit sind, überflüssigen Energieverbrauch in Kauf zu nehmen. Solange den Menschen noch keine Technologien, die auf der Nutzung »freier Energie« basieren, zur Verfügung stehen, bleibt allen Stromkonsumenten nichts anderes übrig, als die Industrie immer wieder herauszufordern, die Produktion ökologischerer und effizienterer Geräte zu fördern. Und natürlich kommt es auch hier, wie in allen anderen Bereichen, sehr auf das eigene Verhalten an, denn: »Nicht die Fähigkeiten zeichnen einen Menschen aus, sondern seine Entscheidungen« (Zitat aus »Harry Potter«, Band 1). Ökonzepte |
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